Unser erstes Weihnachten auf Weltreise. Unser erstes Weihnachten so weit weg von zu Hause. Wie würde es wohl werden? Werden wir das gewohnte Weihnachtsfest und unsere Familie sehr vermissen? Wir würden es bald gezwungenermaßen herausfinden, denn wir verbrachten unser Weihnachtsfest auf einer Insel im Süden von Vietnam: Puh Quoc. Davor waren wir an einem der schlimmsten Orte der Welt. Mehr dazu findet ihr >>hier<<.

#83/ 23.12.2018: So stressig drohte unser Weihnachtsfest zu werden…

Ein Tag vor Weihnachten. Weihnachtsstimmung? Fehlanzeige. Wer kann denn bei über 20 Grad und strahlendem Sonnenschein in Weihnachtslaune sein? Dazu kam noch, dass in Vietnam ja gar nicht Weihnachten gefeiert wird. Eigentlich. Denn trotzdem stellen manche Vietnamesen Weihnachtsbäume auf und schmücken diese auch festlich – vor allem wohl für die Touristen. Trotz alledem fühlten wir uns so fern vom diesjährigen Weihnachtsfest. Zudem hatten wir beschlossen, uns nichts zu schenken, also fiel auch diese Spannung weg. Stattdessen wollten wir mal etwas schicker als sonst Essen gehen und dort dafür mal etwas mehr ausgeben.

Obwohl wir vom Weihnachtsstress verschont geblieben waren, befanden wir uns auf einem sehr hohen Stresslevel. Wir waren mit Bus und Fähre (18$ ~ 16€ p.P.) von Kampot in Kambodscha nach Puh Quoc in Vietnam gereist. Es ist uns mittlerweile nicht mehr neu, dass die Taxifahrer schon auf einen warten, wenn man irgendwo ankommt. Ein Blick aus dem Busfenster genügt oft schon, dass die Fahrer draußen anfangen, ihre Angebote zu machen (obwohl wir sie nicht hören können und sie auch nicht wissen, wohin wir wollen). Wir wagten also auch diesmal den Blick aus dem Fenster der Fähre und erblickten das altbekannte Bild: Unzählige Taxifahrer, die schon sehnsüchtig auf uns gewartet haben. „Wir gehen einfach bei allen vorbei und suchen uns etwas anderes, wo wir in Ruhe verhandeln können, okay?“ Soweit der Plan – und los!

Wir versuchten unseren Weg durch die brüllende Masse zu finden, doch vergeblich. Wir merkten schnell, dass wir keine andere Wahl hatten, als eines der Taxis zu nehmen. Wir hofften, wenigstens jemanden zu finden, der es mit uns teilen würde. Gefunden war schnell jemand, jetzt musste noch der Preis verhandelt werden. Der Taxifahrer wollte einen total überteuerten Preis, den wir nicht bereit waren zu zahlen. Es begann eine hitzige Diskussion, bei der man sich nicht mehr normal unterhalten konnte. Inmitten von hunderten Menschen, versuchte unser Taxifahrer mit lauten Geschrei mit uns zu verhandeln. Er brüllte so laut direkt in mein Ohr, dass mein Trommelfell zu platzen drohte. Es war kräftezerrend.

Als wir uns endlich auf einen Preis geeinigt hatten, gingen wir zum Taxi und alle waren bereit, zur Ruhe zu kommen. Als wir bei dem Punkt ankamen, den wir auf der Karte markiert hatten, ließ und der Taxifahrer aussteigen und fuhr weiter. An dieser Stelle hätte unsere Unterkunft sein sollen, bei der wir erstmal beim Pool entspannen wollten. Stattdessen fanden wir nicht ansatzweise das, wonach wir suchten. So standen wir also da. Keine Adresse, kein Internet, niemand, der uns versteht. Wir gingen einfach drauflos in eine Richtung, von der wir glaubten, dass sie richtig sein könnte. Nach einer Weile fanden wir zum Glück doch noch jemanden, der verstand, dass wir Wifi brauchten – und wir bemerkten: Wir waren noch 3km entfernt.

„Zu Fuß?“ – „Zu Fuß.“ Aber auch aus diesem Plan wurde nichts, weil wir direkt auf eine dicke Regenwolke zusteuerten. Und so fanden wir uns zwei Minuten später wieder in einem Taxi, mit dem wir dann im strömenden Regen endlich dort ankamen, wo wir hinwollten. Unsere Unterkunft war ein Bungalow, in den wir uns sofort verliebten. Ein richtig großes Schlafzimmer, ein schönes Badezimmer und sogar eine kleine Kochplatte und Geschirr hatten wir. Direkt davor war ein liebevoll hergerichteter Garten und der Pool wartete drauf, benutzt zu werden. Hier werden wir uns zu Weihnachten wohl fühlen!

#84/ 24.12.2018: Frohe Weihnachten!

Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf zum Ong Lang Beach. Die Bilder im Internet hatten wunderschön ausgesehen, und die hatten wir schon wochenlang angeschmachtet. Bilder sind aber auch nur eine Momentaufnahmen und so kam es, dass der Strand nicht so aussah, wie wir ihn uns vorgestellt hatten. Versteht uns bitte nicht falsch: Der Strand war sehr schön und das Wasser glasklar! Doch so menschenleer wie der Coconut Beach halt nicht – und der Sand war auch nicht so fein. Wir waren in unseren Gedanken irgendwie noch in Koh Rong geblieben: Türkises Wasser, weißer Sand… aber halt! Ich fange schon wieder zum schwärmen an. (Wer Schwärmerei aber gerne hat, der bekommt >>hier<< mehr davon.)

Wir sitzen also in Vietnam am Strand und feiern hier unser Weihnachtsfest. Das Gefühl war auch heute sehr eigenartig, so ganz ohne der klirrenden Kälte, die daheim normalerweise herrscht. Weihnachten und Wärme passt in unseren Köpfen einfach nicht zusammen. Am eigenartigsten war es jedoch, so weit weg von der Familie zu sein. Unser ganzes Leben lang waren wir an diesem Tag zu Hause bei den Liebsten – nur heuer war alles anders. Besinnliches Beisammensitzen, die Kerzen am Adventskranz anzünden, Weihnachtslieder hören,… Ja, das alles fehlte uns schon sehr.

Aber das ist nunmal ein Teil des Preises, den man bei einer längeren Reise zahlen muss. Wenn wir daran denken, wie viele Weihnachtsfeste wir noch gemeinsam mit unserer Familie verbringen werden und wie oft wir noch in Vietnam am Strand sitzen werden, fällt es uns leichter damit umzugehen. Wir sind froh über die vielen Momente, die wir auf der Reise erleben durften und möchten keinen davon missen. Man kann eben nicht alles im Leben haben.

Was man aber haben kann ist Pizza. Und die haben wir uns als Weihnachtsessen gegönnt! „Etwas schicker“ haben wir gesagt, ja, aber … Pizza! So oft schon sind wir vorbeigegangen bei den Pizzaläden, den Pizzaduft in der Nase, manchmal haben wir auch eine probiert und wurden von den asiatischen Pizzakünsten maßlos enttäuscht. Heute wollten wir es wieder probieren und … wurden überrascht! Im Steinofen zubereitet schmeckte sie richtig lecker und das vietnamesische Créme BrÛlée machte das Weihnachtsessen perfekt!

#85/ 25.12.2018: Ab in den Pool!

Das Wasser vom Pool war am Tag vor unserer Ankunft leider gebrochen, weswegen er erst heute zur Benützung bereit stand. Dafür hatten wir kostenlos Fahrräder zur Verfügung gestellt bekommen, was uns den Weg zum Strand sehr erleichtert hatte. Die Feiertage genossen wir im Wasser und machten es uns beim Pool gemütlich. Zu unserem Glück waren wir nämlich fast alleine. Jackpot! Wir nutzten sogar unsere kleine Küche dafür, uns Müsli zu machen – am Ideenreichtum für abwechslungsreiches Essen arbeiten wir noch. Aber geschmeckt hat’s trotzdem!

Am Abend gingen wir die Straße hinunter und aßen in kleinen, netten Restaurants. Was uns sofort auffiel war, wie freundlich die Vietnamesen waren. Sie haben ein riesiges Lächeln im Gesicht, freuen sich, wenn du dich mit ihnen unterhältst und sind total hilfsbereit. In Kambodscha hatten wir diese Freundlichkeit ein wenig vermisst, wobei wir vielleicht einfach die falschen Leute getroffen haben. Hier in Vietnam fühlten wir uns sofort willkommen und freuten uns darauf, was das Land noch zu bieten hat.

Unser Weihnachten in Vietnam war also sehr ruhig und irgendwie gar nicht weihnachtlich. Ein bisschen Weihnachten hat uns unsere Familie durch die Möglichkeit von Videochats gebracht. Ein Hoch auf die Technik! So konnten wir unsere Liebsten zumindest sehen an Weihnachten und ein klein wenig Teil haben am Weihnachtsfest, das 9.000km weit weg stattfand.


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