Wir waren schon voller Vorfreude, als wir im Bus nach Sihanoukville saßen. Zum ersten Mal während der Weltreise sollte es für uns ans Meer gehen und die Stadt Sihanoukville war eine Zwischenstation, wo es am nächsten Tag weiter auf eine Fähre gehen sollte. Wir kamen von Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh und was wir dort erlebt haben, könnt ihr >> hier << nachlesen.

#68/08.12.2018 – Ahnungslos

Fast in Sihanoukville angekommen, stieg plötzlich ein Mann in den Bus und meinte, wir müssten hier aussteigen. Der Busfahrer packte unterdessen unser Gepäck aus dem Bus. Das Problem: Wir waren noch garnicht an unserem Ziel angekommen, sondern standen irgendwo neben einer Tankstelle – wo genau, wissen wir bis heute nicht. Es war schon finster, eine Bushaltestelle war nicht in der Nähe und zu Fuß waren es noch 10km.

Aber so schnell konnten wir nicht schauen, war der Busfahrer auch schon über alle Berge und der Mann, der uns aus dem Bus geholt hatte, stellte sich als Tuk Tuk-Fahrer vor. Erst jetzt fiel uns auf, dass wir zwei und eine andere Reisende die Einzigen waren, die ausgestiegen waren. Alle anderen waren im Bus geblieben und wohl weiter nach Sihanoukville gefahren. Hatte der Busfahrer nicht behauptet, er würde nach Kampot (also in die komplett andere Richtung) weiterfahren? Viel zu spät merkten wir, dass der Tuk Tuk-Fahrer und der Busfahrer offensichtlich eine Abmachung hatten, um ein paar Euro mit ahnungslosen Touristen zu verdienen. Na toll! Es war schon spät und irgendwie mussten wir ja weiterkommen. Es blieb uns also garnichts anderes übrig, als widerwillig in das Tuk Tuk zu steigen und einen total überteuerten Preis zu zahlen…

Dieses brachte uns zu unserer Unterkunft, wo wir zum ersten Mal ein Dorm, also ein Mehrbett-Zimmer, ausprobieren wollten. Bisher hatten wir immer eine Scheu davor, weil ich einen sehr leichten Schlaf habe und wir uns einfach nicht vorstellen konnten, wie das so ist. Weil wir in Sihanoukville nur eine Nacht blieben, bot sich das Ausprobieren hier hervorragend an. Fazit: Im 18-Bett-Zimmer waren wir zu fünft und selbst der schnarchende Japaner war mit Ohropax zu ertragen. Also, wer so unsicher ist wie wir: für ein bis zwei Nächte werden wir künftig öfter einen Dorm buchen.

#69/09.12.2018 – Einmal ist nicht genug… Aber nicht mit uns!

Am nächsten Tag fuhren wir mit der Fähre (Speed Ferry um 22 USD ~ 19,47€ für Hin- und Rückfahrt) für ca. zwei Stunden auf die Insel Koh Rong. Dort angekommen stieg am ersten Pier ein Mann auf das Boot und schrie: „Aussteigen, Endstation“. Von den ca. 30 Menschen an Bord stiegen auch tatsächlich alle aus – inklusive uns. Der Mann wies uns auch netterweise darauf hin, dass in zwei Stunden ein Taxiboot zum Coconut Beach fahren würde. Für einen Aufpreis könnten wir aber natürlich auch gleich losfahren – na klar…

Wir wollten ohnehin zuerst etwas essen und gleich das Datum für die Rückfahrt bekannt geben. Deshalb gingen wir den Steg entlang zum Büro des Transport-Unternehmens. „Wo schlafen Sie denn, damit wir Sie für die Rückreise dort abholen können?“ – „Beim Coconut Beach“. Die Dame hinter dem Schalter blickte verdutzt und sprach eilig: „Schnell, schnell, zurück aufs Boot! Nehmt eure Rucksäcke und beeilt euch, denn das Boot fährt gleich los zum Coconut Beach!“. Wir stürmten los und stellten fest, dass wohl erneut ein (Boot-)Taxifahrer ahnungslosen Touristen eine falsche Endstation mitgeteilt hatte. Glücklicherweise erreichten wir das Boot – von dem wir gerade abgestiegen waren und das mit neuen Touristen voll war – gerade noch rechtzeitig und durften, ganz ohne weitere Gebühren, wieder mitfahren. 

Tränen in den Augen

Ich werde es nie vergessen, wie wir beim Coconut Beach als Einzige ausgestiegen sind. Ein einfacher Betonsteg ohne stabilen Geländer. Wir konnten unseren Augen kaum glauben: türkis-blaues Wasser, weißer Sandstrand, das Geräusch der ruhigen Wellen – es war perfekt! So perfekt, dass Pia vor Freude Tränen in den Augen hatte als sie das sah. Und auch ich war überwältigt. Bis dahin hatte ich gedacht, dass solche Strände höchstens in der Welt der Fotomontagen existieren und konnte garnicht glauben, dass wir wirklich an so einem schönen Ort angekommen waren. (keine Übertreibung!) Auch bei näherer Betrachtung änderte sich unser Ersteindruck nicht. Der Sand war der feinste, den wir jemals gesehen hatten und zu dem traumhaften Ambiente kam noch dazu, dass hier fast keine Menschen waren! Kein Scherz! Es gibt ein paar Unterkünfte direkt am Strand, aber fast niemanden, der darin wohnt. Kann es einen schöneren Ort geben?

Und es kam noch besser: wir hatten nämlich eine kleine Hütte aus Palmblättern (12 USD/Nacht ~ 10,62€) direkt am Strand gebucht und bekamen „Nr. 4“ – ca. zehn Meter vom glasklaren Wasser entfernt! In der Hütte war nicht mehr als eine Matratze, ein Ventilator, ein Moskitonetz und ein paar Steckdosen – aber mehr brauchte es auch garnicht. Zudem (ab und zu) Wifi vom Restaurant, das nur ein paar Meter entfernt war. Wie ihr vielleicht merkt, war es für uns war es das pure Paradies!

Runterkommen

Unser Tagesablauf für die nächsten Tage sah wie folgt aus: Aufstehen, das Frühstück mit Aussicht aufs Meer genießen, rein ins angenehm warme, glasklare Wasser – entspannen! Am Nachmittag lesen, nochmals ins Wasser, eine kühle Kokosnuss schlürfen, Abendessen (und dann vielleicht nochmal ins Wasser?) Oft waren wir am ganzen Strand die Einzigen im Wasser! Ist denn das zu glauben? Wir können überhaupt nicht aufhören zu schwärmen! Wir konnten es nicht fassen, diesen Ort gefunden zu haben, von dem wir noch nie zuvor etwas gehört hatten. Wir genossen die Zeit in vollen Zügen und konnten richtig runterkommen.

Aber jetzt mal genug mit der Schwärmerei, denn wir hatten diese Zeit echt nötig. Denn unser ursprünglicher Plan war, zu Beginn der Weltreise zwei Wochen an einem Ort zu bleiben, um uns mal an den Gedanken zu gewöhnen, länger nicht zu Hause zu sein. Aus diesem Plan wurde aber nichts und wir starteten gleich durch. Nachdem wir jetzt drei Länder bereist hatten – Thailand, Laos und Kambodscha – konnten wir nun innehalten und unsere Eindrücke verarbeiten. Wir merkten erst jetzt, wie dringend notwendig wir das auch hatten – und verlängerten unseren Aufenthalt gleich auf insgesamt zwölf Tage. Am 20.12.2018 hieß es dann schweren Herzens von der Insel Abschiednehmen. Wir waren ausgeruht und bereit für die nächsten Abenteuer, die bald im nächsten Land auf uns warten würden. Und wer weiß – Vielleicht finden wir ja wieder mal so einen Ort?


Unsere Weltreise-Packliste

Was haben wir alles in unseren Rucksäcken? Wir haben einmal alles genau aufgeschrieben, um dir bei deiner Packliste zu helfen. Was wir wirklich nutzen und was wir gar nicht brauchen erfährst du im Beitrag.

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