In Siem Reap wollten wir uns natürlich die größte Tempelanlage der Welt ansehen: Angkor. Wir hatten zuvor viel im Internet recherchiert, weil wir damit immer am Besten klären können, was wir sehen wollen und wie lange wir uns für etwas Zeit nehmen sollten. Am Schluss haben wir uns für das 3-Tages-Ticket und für Fahrräder als Transportmittel entschieden – ob das wohl eine gute Idee war? Das erfahrt ihr hier im Blog.
Allgemeine Informationen findet ihr am Ende des Artikel unter „Hard facts“.

#61/01.12.2018: Tag 1: Die schlimmsten Fahrräder der Welt!

Unsere Tickets hatten wir schon am Vortag gekauft, also mussten wir nur noch um 8:00 Uhr zum Fahrradverleih gehen und zwei geeignete Fahrräder finden – unter der dichten Staubschicht, mit der sie bedeckt waren. Das erste Fahrrad tauschten wir gleich nach einer ersten Testfahrt wieder um, weil die Bremse nicht funktionierte. Nachdem wir nach mehreren Ansätzen zwei Räder hatten, die einigermaßen OK wirkten, reihten wir uns mit etwas mulmigen Gefühl in den Straßenverkehr von Siem Reap ein.

Und Mann, war das ein Chaos! Mopeds und Autos fuhren nur wenige Zentimeter an uns vorbei und wir sahen sogar, wie wenige Meter vor uns ein Moped in ein Fahrrad krachte! Völlig geschockt blieben wir stehen und stellten mit Erleichterung fest, dass niemandem etwas passiert war! Puh… Ihr könnt euch vorstellen, wir froh wir waren, als wir am Gelände von Angkor heil ankamen – dort herrschte nämlich fast gar kein Verkehr. Entgegen unseren Erwartungen verlief die gesamte Fahrt im Schatten, worüber wir bei der brennenden Sonne ziemlich froh waren!

Auf zu den Tempeln

Wir können sagen: die Tempelruinen sind mehr als beeindruckend! Schon am ersten Tag stellten wir fest, dass es eine sehr gute Idee war, ein 3-Tages-Ticket zu kaufen. Es gab so viel zu sehen und wir wollten nicht nur zu den Highlights hetzen, sondern uns auch die ruhigeren, nicht so stark besuchten Tempel ansehen. Wie ihr vielleicht schon wisst, sind wir ja nicht unbedingt die Schnellsten – finden das aber auch nicht schlimm. Wir nehmen uns so viel Zeit, wie wir brauchen, um einen Ort auf uns wirken zu lassen und genießen das sehr!

Schwitzen, schwitzen, schwitzen…

Zu Mittag kam dann auch die versprochene Mittagshitze, die uns fast umhaute. Wir flüchteten zu einem kleinen Stand, wo wir unseren Wasservorrat auffüllten und für die Weiterfahrt ausruhten. Das Fahrradfahren an sich war nicht das anstrengende – obwohl, für Patrick wahrscheinlich schon. Bei seinem Fahrrad hüpfte nämlich die ganze Zeit die Kette raus und es war ein Wunder, dass er damit überhaupt fahren konnte. Wie bereits gesagt: Sie waren nicht die Neuesten 😅

Das Anstrengendste war die Besichtigung der Tempel bei der unerträglichen Hitze (die man ja auch hat, wenn man mit dem Tuk Tuk unterwegs ist 😉 ). Abends wurde es kühler und natürlich auch wieder extrem schnell dunkel, weshalb wir im Finsteren zurück fahren mussten. Wem das auch passiert: Passt besser auf, dass es nicht passiert! Wenn doch, dann unbedingt eine Stirnlampe oder ähnliches einpacken, damit man sieht, wo man hinfährt. Aber auch vor allem: damit man gesehen wird! Der Verkehr ist nämlich ein einziges Durcheinander…

Diese Tempel hatten wir uns am ersten Tag angesehen (Grand Circle):

  • Pre Rup
  • East Mebon
  • Ta Som
  • Neak Pean
  • Preah Khan

#62/02.12.2018: Tag 2: Die Natur und ihre Wunder

Der zweite Tag startete um 10:00 Uhr und diesmal war die Fahrt nach Angkor schon ein wenig leichter. Zum einen weil wir wussten, welcher Verkehr auf uns lauern würde und zum anderen, wir wieder einmal das Fahrrad gewechselt hatten. Auch diesmal war es nicht perfekt, aber zumindest funktionierten Bremse und Kette! Was will man bitte mehr? Wir steuerten einen Tempel an, auf den wir uns schon sehr gefreut hatten: Ta Prom. Die Bilder, die wir im Internet gesehen hatten, waren mega-beeindruckend (und auch Tomb Raider wurde dort gedreht 😀 ). Also nichts wie los zu diesem tollen Ort!

Eingesperrt!

…so fühlten wir uns im Endeffekt bei diesem Tempel. Natürlich wussten wir im Vorfeld, dass viele Touristengruppen dort sein würden. Aber es war so schlimm, dass wir uns schon sehr Mühe geben mussten, unseren Aufenthalt zu genießen. Wir kamen nicht vorwärts, wir kamen nicht rückwärts – wir steckten zwischen den Gruppen regelrecht fest! Wenn wir versuchten, die Menschen ein wenig auszublenden, waren wir total begeistert von dieser Tempelanlage! Vor allem von den riesigen Bäumen, deren Wurzeln sich in den Tempel gegraben hatten – aber seht einfach selbst auf den Bildern 😉. Unglaublich welche Kraft die Natur hat!

Der perfekte Platz für den Sonnenuntergang

Am Abend suchten wir uns einen Platz für den Sonnenuntergang. Wir fuhren zum Bayon, wo um diese Uhrzeit nur noch sehr wenige Menschen waren. Wir dachten schon: was für ein Glück! Tja… und dann wurde der Tempel kurz vor dem Sonnenuntergang geschlossen und wir mussten uns auf den Heimweg machen. Doch gerade als wir vom Gelände des Bayon fuhren, fanden wir den perfekten Platz: Auf einer Brücke, wo die Farbe der Sonne schon ins rot gefärbt war und die Spiegelung im Wasser das ganze wunderschön machte!

Diese Tempel hatten wir uns am zweiten Tag angesehen (Small Circle):

  • Banteay Kdei
  • Ta Prom
  • Ta Keo
  • Bayon (dort haben wir uns nur einen Platz für den Sonnenuntergang gesucht)

#63/03.12.2018: Tag 3: Zu viel des Guten!

„Wir schauen uns Angkor in drei Tagen an – so anstrengend kann das doch nicht sein!“ – Ja, genau das hatten wir am ersten Tag gesagt. Jetzt jedoch war der Muskelkater so schlimm, dass ich nicht ordentlich aufstehen konnte und Patrick vor Schmerzen nicht mehr sitzen konnte. Wir mussten selbst über uns lachen und überlegten, ob wir nicht vielleicht doch öfter trainieren sollten… Den Tag verbrachten wir auf jedenfalls liegend im Bett, um hoffentlich am nächsten Tag wieder fit zu sein. Eieiei, wir halten ja wirklich gar nichts aus…

#64/04.12.2018: Tag 4: Die Highlights

„Muskelkater? Bis du noch da?“ Ja, ein wenig spürten wir ihn um 4:30 morgens noch, als wir uns auf den Weg machten, um den Sonnenaufgang beim berühmtesten der Tempel – Angkor Wat – zu sehen. (Was den Verkehr betrifft, war das Fahrradfahren so früh am Morgen übrigens fast kein Problem.) Um 5:00 Uhr kamen wir bei DEM Sonnenaufgangs-Hotspot von Angkor Wat an und waren natürlich nicht alleine. Wir konnten es aber kaum fassen, dass wir den letzten Platz für eine gute Time-Lapse-Aufnahme bekamen! Ich holte kurz Kaffee und Frühstück und als ich zurückkam, war die Meschenmauer schon so dicht, dass ich dachte, ich würde nicht mehr durchkommen. Ganz ehrlich: einen romantischen Sonnenaufgang braucht man sich hier wirklich nicht erwarten.

Gegen den Strom!

Als die Sonne am Himmel auftauchte, stürmte natürlich die ganze Menschenmasse hinein in den Tempel – anders als wir. Wir machten uns auf den Weg zum Bayon, der gleich in der Nähe ist. Wir merkten sofort, dass wir richtig gehandelt hatten. Hier waren wir noch ein paar der Ersten und konnten diesen wunderschönen Tempel mit den beeindruckenden Gesichtern vor den ganzen Touristenmassen genießen. Juhuuu!

Endlich Angkor Wat!

Danach ging’s dann aber nochmal zurück zu Angkor Wat – den größten Tempelkomplex der Welt. Hier war es natürlich unmöglich, den Massen aus dem Weg zu gehen, aber wegen der Größe der Anlage, lässt es sich dennoch aushalten. Im Tempel entdeckten wir dann auch schon eine riesengroße Menschenschlange. „Wofür stehen die hier denn alle an?“ Die Antwort war simpel und unverständlich zugleich. Es gibt nämlich die Möglichkeit, ein kleine Stück weiter bis auf die oberste Plattform zu gehen – jedoch dürfen sich dort immer nur eine gewisse Anzahl von Menschen aufhalten.

Für uns war sofort klar, dass wir nicht ewig in der prallen Sonne anstehen wollten, um dann oben vielleicht fünf Minuten Zeit zu haben, weil Andere schon warten. Wir nutzten stattdessen die Zeit, um zur Rückseite zu gehen, wo plötzlich wieder überhaupt keine Menschen waren. Wir beobachteten ein paar Affen und ließen unsere dreitägige Angkor Besichtigung im Schatten Revue passieren, bevor wir uns auf den Rückweg machten, um uns wieder von unseren heiß-geliebten Fahrrädern zu trennen.

Diese Tempel hatten wir uns am letzten Tag angesehen:

  • Angkor Wat – Sonnenaufgang
  • Bayon Tempel
  • Angkor Wat – Tempelbesichtigung

Fazit

Das mag sich jetzt alles sehr stressig und anstrengend anhören, aber wir haben es wirklich sehr genossen. Vor allem die ruhigeren, abgelegeneren Tempel waren wunderschön und nicht weniger beeindruckend als die großen. Das Fahrradfahren war… ja okay, das war anstrengender als gedacht! Aber wir würden es wieder so machen! Wir haben alles gesehen, was wir sehen wollten, waren total flexibel und haben wenig Geld gebraucht. Hätten wir die gleiche Tour mit dem Tuk Tuk gemacht, hätten wir um einiges mehr bezahlt und auch nicht mehr gesehen. Und wer genauso wenig fit ist wie wir, dem empfehlen wir jedenfalls einen Tag Pause einzuplanen 😅.

Warum haben wir uns für diese Route entschieden?

Ganz einfach: Wir wollten viele Tempel sehen und wenig Menschen. Also haben wir die Routen entgegen dem Uhrzeigersinn gemacht, da die Touristenbusse anscheinend im Uhrzeigersinn fahren. Und wir haben bei den „kleineren“ Tempel angefangen, um nicht unter einem sogenannten „Tempel-Burnout“ zu leiden. Das hat wirklich prima funktioniert: So haben wir uns jeden Tag wieder auf neue Tempel gefreut und uns blieben auch die Details der kleineren Tempel nicht verborgen!

Hard Facts

Folgende Fragen beantworten wir hier für dich:

Was ist dieses Angkor überhaupt?

In der historischen Stadt Angkor wurden bis heute über 1000 Tempel entdeckt. In der Stadt lebten zu ihrer Blütezeit bis zu einer Million Menschen, weshalb sie als größte vorindustrielle Stadt gilt. Heute sind davon nur noch Ruinen übrig – aber was für welche! Oft hört man Menschen nur von „Angkor Wat“ erzählen, was jedoch nur den berühmtesten Tempel auf dem riesigen Areal beschreibt.

Welche Möglichkeiten habe ich für die Besichtigung von Angkor?

Mit dem Tuk Tuk

Bei der Tuk Tuk-Fahrt kann man zwischen zwei Ein-Tages-Touren auswählen:

  • Grand Ciclre (18$)
  • Small Circle (15$)

Außerdem besteht die Möglichkeit, den sogenannten „Lady Tempel“ für 25$ zu besuchen : Ein Tempel der etwas weiter entfernt ist. Bei allen Angeboten steht der Tuk Tuk-Fahrer den ganzen Tag für euch bereit und fährt die Stationen an, die ihr auf der Route sehen möchtet. Während ihr in Ruhe die Tempel besichtigt, wartet der Fahrer die ganze Zeit auf euch vor dem Tempel. WICHTIG: Der Tuk Tuk Fahrer ist KEIN Ersatz für einen Tour-Guide! Einige wissen vielleicht Bescheid, aber es ist nicht die Aufgabe eines Fahrers, euch über Geschichtliches zu informieren.

Mit dem E-Bike

In Siem Reap kann man sich bei „Green E-Bike“ ein E-Bike für einen Tag mieten (10$). Auf der Strecke durch Angkor gibt es immer wieder kostenlose Auflade-Stationen. Außerdem sind die Straßen gut asphaltiert.

Mit dem Moped

Um 12$ kann man sich in Siem Reap einen Roller für einen Tag ausleihen. Damit ist man schnell, flexibel und halbwegs bequem unterwegs. Auf der Strecke vom Small und Grand Circle gibt es keine Tankstellen, deshalb besser vorher auftanken (Wie die Strecke zum Lady Tempel aussieht, wissen wir nicht). Für einen Circle ist jedoch ein voller Tank leicht ausreichend.

Mit dem Fahrrad

Die günstigste und auch die anstrengendste Variante ist es, sich ein Fahrrad zu mieten. Fahrräder gibt es in Siem Reap bereits ab 1$/Tag, jedoch empfehlen wir dir gut darauf zu achten, für welches Fahrrad du dich entscheidest (bei uns funktionierte erst die Bremse nicht und dann sprang die Kette ständig raus – und das obwohl wir die Räder getestet hatten). Es ist durchaus möglich, die Touren an einem Tag zu schaffen, jedoch ist man wirklich von morgens bis abends unterwegs und fällt in der Unterkunft einfach nur ins Bett.

Zu Fuß?

Es ist zu Fuß nicht möglich! Man schafft es vielleicht, sich Angkor Wat anzusehen, aber das Gebiet des Angkor Archaeological Parks ist riesig! Die Tempel sind ziemlich weit voneinander entfernt – zu Fuß würde man viel zu lange brauchen.

Welche Tickets gibt es für Angkor (Nov 2018)?

  • 1 Tages Ticket: 37$
  • 3 Tages Ticket: 62$: Man kann sich innerhalb einer Woche drei Tage aussuchen, an denen man Angkor besichtigen möchte.
  • 7 Tages Ticket: 72$: Man kann sich innerhalb von 30 Tagen sieben Tage aussuchen, an denen man Angkor besichtigen möchte.

ACHTUNG: Der Ticketverkauft ist NICHT beim Einfang von Angkor!

Wie kann ich mich mehr über Angkor informieren?

Privater Tour Guide

Ein privater Tour-Guide ist natürlich toll, um alle möglichen Fragen zu stellen und alles zu erfahren, was man wissen möchte. Jedoch hat das natürlich auch seinen Preis. So kostet ein deutschsprachiger Tourguide für einen Tag ca. 30$. Wer jedoch den Sonnenauf- oder Sonnenuntergang sehen möchte, muss ein bisschen mehr zahlen. Einen privaten Guide kann man über die Unterkunft, diverse Reiseagenturen oder auch online buchen.

Buch

Wir haben uns zu Beginn ein Buch gekauft, in dem jede Menge Informationen zu den einzelnen Anlagen standen. Das Buch wird bei fast jedem Tempel verkauft und es ist auch auf Deutsch erhältlich. Nach dem üblichen Handeln haben wir 10$ dafür bezahlt – ursprünglicher Preis wären 20$ gewesen. Im Buch findet man alle Tempel von Angkor mit geschichtlichen Informationen, Beschreibungen verschiedener Figuren und Vorschläge, wie wie man sich die Tempel ansehen soll. Wir hatten es bei fast jedem Tempel in der Hand und konnten uns zu Hause auf den nächsten Tag vorbereiten.


Unsere Weltreise-Packliste

Was haben wir alles in unseren Rucksäcken? Wir haben einmal alles genau aufgeschrieben, um dir bei deiner Packliste zu helfen. Was wir wirklich nutzen und was wir gar nicht brauchen erfährst du im Beitrag.

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1 Comment

  1. Hey Patrick,

    ich bin auf deine Seite gestoßen, weil ich auf Twitter u.a. dem Martin Sellner folge, der einen Tweet von dir re-tweetet hat.

    Ich fliege in 4 Wochen via BKK nach Siem Reap für 4 Tage und habe mir schon einen kleinen Honda-Roller reserviert weil ich gern autark sein möchte. Danach gehts für 10 Tage auf die Insel Koh Chang und 4 Tage nach BKK.

    Deinen/euren Tipp den Park entgegengesetzt wie die Tuk-Tuk-Touren zu fahren nehme ich gerne auf. Danke dafür!

    Viel Spaß noch auf eurer weiteren Reise…..ich beneide euch….

    Liebe Grüße aus der Pfalz
    Jo

    PS ‚ ne kleine Kaffe-Spende an euch ist auf dem Weg 😉

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