Nach den anstrengenden Tagen auf dem Roller beim Thakhek-Loop freuten wir uns schon auf ein paar entspannte Tage in der Hängematte. Hierzu machten wir uns auf nach Si Phan Don. Der Name bedeutet „4000 Inseln“ und ist ein Gebiet, in welchem der Mekong bis zu 14 Kilometer breit wird. Dabei entstehen viele Inseln –  ob es wirklich 4000 sind, kann niemand so recht sagen. Sicher ist hingegen: Es ist ein kleines Paradies!

#48/ 18.11.2018: „Hähnchen, frische Hähnchen!“

Um zu diesen Inseln im äußersten Süden von Laos zu gelangen, buchten wir im Ihthira Hotel in Thakhek einen Sleepingbus (100.000 Kip p.P. ~ 10€) nach Pakse. Sleepingbus ist jedoch zuviel gesagt: es ist ein normaler Bus, der nachts fährt. Deshalb hält er auch Verkäuferinnen nicht davon ab, alle zwei Stunden den Bus zu stürmen und gegrillte Hähnchen am Spieß zu verkaufen. Jedes Mal wurden wir dabei wach und fragten uns: „Wer kauft bitte um drei Uhr nachts ein gegrilltes Hähnchen?“ Auch sonst war es sehr unbequem und dementsprechend übermüdet kamen wir in Pakse auch an.

 Als wir in der Früh dort ankamen und müde aus dem Bus stiegen, wollten uns einige Tuk Tuk-Fahrer sofort schnappen und weiterbringen. Wohin ist uns jedoch bis heute ein Rätsel, denn unser Bus zu den 4000 Inseln stand direkt daneben. Wir kauften ein Ticket (90.000 Kip p.P. ~ 9€), mit dem wir per Bus und Boot direkt nach Don Det – eine der Inseln – gebracht werden sollten. Nach einer zweistündigen Busfahrt wurden wir vom unfreundlichen Bus-Agent in Nakasang regelrecht rausgeschmissen. Er gab uns ein Ticket, das wir 20 Meter weiter gegen ein anderes tauschen mussten. Weitere 100 Meter weiter tauschten wir genau dieses Ticket wieder gegen ein anderes und saßen dann zwar ziemlich verwirrt, aber endlich im Boot! Bei dieser Ticket-Tauscherei soll sich mal jemand auskennen…

#49/ 19.11.2018: „Easy, simple and clean“

Damit unsere Entspannung so rasch wie möglich beginnen konnte, begaben wir uns sofort auf die Suche nach einer Unterkunft. Die erste lehnten wir dankend ab, weil kein Internet vorhanden war. Die zweite sah vielversprechend aus: ein Bungalow mit Hängematte direkt am Mekong! Der Eigentümer erklärte uns, die Bungalows seien so wie die ganze Insel: „Easy, simple and clean.“ Dafür kostete es nur 40.000 Kip (ca. 4 Euro) pro Nacht. Ok: „Gibt es auch Internet?“ – „Natürlich. Ihr könnt aber auch das vom Restaurant nebenan verwenden“. Ein kurzer Blick in die Unterkunft und schon sagten wir zu. 

Doch bereits zehn Minuten später und nach einem genaueren Blick fragten wir uns, wie wir denn hier gelandet waren. Wir sind zwar nicht sehr anspruchsvoll, aber die Bungalows waren eine Spur zu „easy“ und „simple“ dafür ein bisschen zu wenig „clean“. Wir waren übermüdet und der Eigentümer hatte uns wohl mit seinem Auftreten abgelenkt: ein älterer, total schräger Engländer, der einen Ring um seinen schwarzen Zahn hatte und auf uns eine ganz eigene Faszination ausübte. Dafür war er aber umso freundlicher und passte genau in die Vorstellung, die wir von einer abgelegenen Insel hatten! Tja, das machte das Zimmer leider auch nicht besser…

Nachdem er gegangen war, stellten wir schnell fest, dass wir nur eine Nacht bleiben wollten. Immerhin sollten die 4000 Inseln unsere erste richtige Erholung nach fast zwei Monaten reisen sein. Wir spazierten noch am gleichen Abend von Don Det nach Don Khon (durch eine Brücke verbunden), um uns über eine andere Unterkunft zu informieren. Diese war leider schon ausgebucht, aber die super-freundlichen Eigentümer hatten irgendwie Mitleid mit uns, weil wir extra hingekommen waren. Sie standen kurz vor der Eröffnung einer neuen Unterkunft und meinten, sie könnten ein Zimmer bis zum nächsten Tag für uns fertig machen.

#50/ 20.11.2018: Willkommen im Paradies

Total überwältigt von dem Schönen Zimmer schlugen wir zu und fuhren am nächsten Tag mit dem Tuk Tuk hin. Zu erwähnen ist vielleicht, dass es weder auf Don Det, noch auf Don Khon asphaltierte Straßen gibt, weshalb schon die Fahrt über die sandige Straße ein richtiges Abenteuer ist. Als wir in die Unterkunft kamen, fühlten wir uns sofort wie im Paradies. Nicht nur, dass alles wunderschön und neu war, sondern wir hatten auch eine riesige Terrasse am Mekong mit zwei Hängematten sowie einen Arbeitstisch im Freien. Dazu die Besitzer, die uns sogar zur offiziellen Einweihung zwei Tage später einluden. Der Eigentümer erzählte uns, dass er das Gebäude in jahrelanger Arbeit selbst aufgebaut hat – Bauunternehmen gibt es hier ja keine.

Wir verbrachten den Rest unseres Aufenthaltes in Don Khon und überlegten nicht einmal mehr, eine andere Insel zu besuchen. Die Insel war genau das, wonach wir gesucht hatten. Am Besten beschreiben wir die Insel wie ein Touristengebiet – nur halt ohne Touristen. Es findet sich ein gutes Restaurant neben dem anderen, die Einheimischen sind extrem freundlich und Straßenlärm wird es mangels Autos wohl auch die nächsten Jahre nicht geben. Dass in Laos die Uhren anders ticken wussten wir bereits, aber hier schien es gar keine Uhren zu geben! Der perfekte Ort zum Runterkommen und Ausruhen.

#54/24.11.2018: Don Khon – ein Ort zum Entspannen

Wir lasen, hörten Musik, lagen auf der Hängematte, arbeiteten am Blog und schnitten Videos. Achja, und zu den Wasserfällen fuhren wir natürlich auch! Wir holten uns Fahrräder, wo bei einem gleich mal beide Pedale runterfielen. Wir wechselten das Rad und fuhren zu den Khone Pa Soy Rapids, wo auch eine kleine, waghalsige Hängebrücke zu finden ist. Danach ging es zum Somphamit Wasserfall, wo es einen ganzen „Waterfall Park“ gibt. Oder besser gesagt: Sich wohl einer im Aufbau befindet. Die Vorfreude auf den genialen Pool entpuppte sich nämlich leider als zu früh.

Dennoch kann man dort bei zwei „Naturpools“ ins Wasser des Mekong hüpfen, um sich abzukühlen oder einfach nur gemütlich herumliegen und – wie könnte es anders sein – entspannen. Natürlich etwas, das wir uns nicht entgehen ließen, bevor wir damit in der Hängematte auf der Terrasse weitermachten.

Lohnen sich die 4000 Inseln?

Wer ein kleines Paradies sucht, wird bei den 4000 Inseln definitiv fündig. Der Tourismus entwickelt sich gerade erst, ist aber schon für den Ansturm gerüstet. Das perfekte Zeitfenster, das man nutzen sollte. Wir haben bisher keinen Ort kennengelernt, der entspannter und ruhiger ist. Deshalb haben wir auch gleich beschlossen, die Inseln irgendwann ganz sicher wieder zu besuchen. Wer Laos von Norden bis Süden durchstreift, sollte hier Halt machen und seine Eindrücke verarbeiten – er wird es sicher nicht bereuen. Nach der entspannten Zeit hieß es für uns wieder: Weiter ins nächste Land!


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